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Auch im WWW kann man Dinge verstecken

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Manches Rätsel ist wirklich hinterhältig für Uneingeweihte.

Nur mal so: Wo würden Sie einen Hinweis auf die Lösung verstecken, wenn Sie keine anderen Hilfmittel als die Tastatur haben?

Viele Geocachende nutzen Möglichkeiten, die Sie im Umgang mit Computern kennengelernt haben.

  • Nehmen Sie sich ruhig Zeit.
  • Geben Sie nicht zu schnell auf.
  • Wenn Sie es immer noch nicht rausgefunden haben, kommen Sie später noch mal wieder. Denn: hier steht die Lösung irgendwo.
 

Wir verändern unseren Blick auf die Welt - Sommer 2017

5 min read

Wer Geocaching zum Hobby hat, sieht die Welt mit der Zeit anders. Es beginnt damit, dass man beim Suchen nach der Dose überlegt, wo ein pfiffiges Versteck sein könnte.

  • Die Leitplanke
  • Das Vogelhaus
  • ...

Es gibt ein paar Klassiker. Die Leitplanke, an der eine Dose mit Hilfe eines Magneten befestigt ist, ist unter alten Hasen verpönt. Das Vogelhäuschen ist als Versteck gut umzusetzen. Man hat darin Platz für Dosen, die außer einem Logbuch auch Tauschgegenstände enthalten können. Wenn man an den richtigen Koordinaten ist und die Dose einfach nicht zum Vorschein kommen will, spielen sich wilde Szenen im Kopf ab. Besser ist, man ist nicht alleine. Überhaupt  ist der Austausch mit anderen ein Geschenk, wenn sich mal wieder zeigt, dass 8 Augen mehr sehen als 2. Für mich ist die Dose an sich und das Sammeln von Punkten gar nicht wichtig. Ich finde die Orte interessant, die mir im Laufe der Zeit durch andere, mir völlig fremde Menschen gezeigt wurden.

Hier könnte ein Schatz liegen

Immer wieder liest man in Onlinelogbüchern, dass eine Dose von Muggeln (also nicht eingeweihten Menschen, die eigentlich gar nichts mit Geocaching zu tun haben) gefunden wurde. Wie kann das sein? Vielleicht war sie schlecht versteckt. Vielleicht war das Versteck aus Gründen interessant. Wenn beispielsweise ein Insektenfreund durch das Unterholz tapert, kann ihm so ein Plastikdöschen schon mal in die Finger geraten. Das gehört da nicht hin, denkt er. Er nimmt es mit und schmeißt es weg. Überhaupt geraten Geocachende schon mal mit Förstern und Jägern in Konflikt. (Mich wundert, dass das noch nie Thema in einem Tatort war.) Wer mit Blick auf sein Ziel, ohne links und rechts im Auge zu haben, durch den Wald stapft, kann Wild aufscheuchen. Nicht gut. Erfahrene Geocachende informieren sich vor Beginn der Suche oder geben bei den Beschreibungen/Listings an, wenn Naturschutzgebiete betroffen sind.

Auch wenn ich grad nicht geocache, fallen mir interessante Orte auf, die einen Schatz beherbergen könnten.

  • Ein Autowrack
  • Ein großes Stück Baumrinde
  • Ein Bilderrahmen
  • Ein Haltestellenschild
  • ...

Mitten im Wald, auf einem kleinen Pfad, der zwei Wanderwege verbindet, stoße ich auf eine stillgelegte Zeche. Es gibt wenig Müll, aber Reste menschlicher Anwesenheit. Offenbar nutzen Menschen diesen Ort zum Übernachten oder als Rückzugsraum. Ein verwittertes Blechschild informiert über den Namen und die Geschichte des Ortes. Mit dem Smartphone finde ich heraus, dass hier ein stillgelegter Geocache ist. Die Dosen sind immer wieder geklaut worden, also hat man das Legen neuer Dosen irgendwann aufgegeben. Auf eine Wand hat jemand gesprüht:

Thank You Avengers

Als ich weitergehe, bleibt ein Stück Erinnerung an den Ort und viele Menschen, die mit ihm zu tun haben. Von mir bleibt nichts zurück.

Es ist ein Lost Place, der eigentlich keine Dose braucht. Der Schatz dieses Ortes ist seine Geschichte. Hier könnte ein Ausflugslokal stehen mit Parkplatz und allem. Dann sähe alles anders aus und es wäre kein Lost Place mehr. Lost Places sind sowieso viel interessanter als Vergnügungsparks, finde ich. Es bleibt so Vieles offen. Ein anderer Mensche würde diesen Ort bestimmt ganz anders beschreiben.

Wir sind miteinander verbunden

In meiner Homezone hat vor Jahren jemand eine Dose aus persönlichen Gründen gelegt. Es ist eine Geschichte damit verbunden. Er selber kommt nicht mehr dort hin. Einmal habe ich ihn angeschrieben und vereinbart, dass ich die Dose mal mit nach Hause nehme und sauber mache. Er hat sie für diese Zeit offline gestellt, deaktiviert. Das war unser einziger Kontakt.

Im Park einer Großstadt in der Nähe meiner Homezone gab es einmal ein Geocaching-Event. Lauter für mich fremde Menschen. Wir haben uns natürlich übers Geocachen unterhalten. Aber es gab beim Suchen und Finden auch andere Gespräche.

  • Wo kommst du her?
  • Was machst du so?
  • Hoffentlich sehen wir uns mal wieder.
  • ...

Jemand hatte bloß den Ort bekanntgegeben und ein bißchen was zum Anlaß geschrieben. Wir sind der Einladung gefolgt. Interessant. Als Gemeindereferentin staune ich über das Maß an ehrenamtlichem Engagement, von dem es in unseren Pfarreien immer weniger gibt. Hier habe ich ein lebendes Beispiel für das Gegenteil vom dem, was wir auf langen und ermüdenden Sitzungen beraten. Geocachende kommen zusammen und gehen auseinander. Eine offene, aber nicht unverbindliche Gemeinschaft mit Konflikten (zum Beispiel die Sache mit dem Geocacher, der dem Jäger den Wald kaputt trampelt) und kulturell prägendem Potential (Kommunikationskanäle werden geschaffen und gepflegt, Werte geschaffen und ausgetauscht, Begegnung ermöglicht, Vielfalt zugelassen).

Aufruf zum Handeln

Dieser Beitrag entsteht in den Sommerferien NRW 2017. Darum passt ein Aufruf zum Handeln gut hier hin:

Autobahnraststätten, Autobahnkirchen, Sightseeing, Chillen am Strand, neue Leute kennenlernen, ... wo auch immer Sie diesen Sommer verbringen: Gönnen Sie sich den Traum von der Schatzsuche. Suchen Sie einen Schatz oder verstecken SIe einen. Beides ist immer, ganz gleich wie alles verläuft, der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Sie haben es in der Hand.

 

Cache rein, Müll raus - Aktionen für die Gemeinschaft

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CITO bedeutet: Cache in Trash out. Man trifft sich, um die Gegend von Müll zu befreien und gleichzeitig vorhandene Caches und kurzzeitige Dosen (die nur während der Aktion zu finden sind) zu suchen und zu loggen. Auf dem Weg wird Müll gesammelt. Das geschieht in Absprache mit Städten und Kommunen, die dankbar sind für so viel Engagement. Müllsäcke und Werkzeug werden zur Verfügung gestellt und die Säcke am Ende abgeholt und fachkundig entsorgt. Die Veranstalter selber sorgen für Speis und Trank und die Verbreitung der Aktion. Man trifft andere Cacher, tauscht sich aus und zeigt einander gesammelte Coins.

Für Neulinge ist das ein guter Einstieg. Wer keine Dose findet, hat zumindest Müll gesammelt. Aber im Ernst: der Austausch untereinander ist sehr motivierend. Man kann jeden ansprechen, bekommt haufenweise Tipps und Informationen und kann auch schon mal quasi-professionell ausgestattete Geocacher in Tarnanzügen udnmit Mega-Rucksäcken voll Spezial-Tools bewundern. Was dem Einen sein BVB ist dem anderen sein Geocaching.

Eine besondere Art ist der Taschen-Cito. Den kann man immer dabei haben. Manchaml findet man ihn auch in einer Dose und kann ihn mitnehmen - natürlich soll man ihn auch nutzen: Er enthält einen Code zum Loggen und eine Mülltüte zum Nutzen. Manche Cacher sammeln Taschen-Citos, weil sie sehr liebevoll hergestellt wurden.

Der Impulspool für Spiricacher

Es gibt zwar Menschen mit perfekter Ausstattung, aber ob einem ein Fund gelingt, liegt auch an Erfahrung.
Es gibt für Christen nur Brüder und Schwestern. In der katholischen Kirche gibt es keine höhere Würde als die Taufwürde. Wenn wir es anders wahrnehmen, liegt es an mangelnder Umsetzung des "Regelwerkes".
Es gibt Regeln, an die wir uns halten, weil das, was wir vorhaben, so besser gelingt. Manchmal lassen wir die Regeln außer acht, weil wir unser Ziel ohne sie besser erreichen können.

Auf dem Weg zum Ziel gehen wir nicht an allem anderen vorbei. Wie in dem Märchen Frau Holle kann man dem Ziel zustreben ohne rechts und links zu gucken. Am Ende wird der Tag ein anderer gewesen sein, je nachdem, ob ich aufmerksam unterwegs bin oder nur nach dem Ergebnis geguckt habe.

Warum sollte ich mich um das kümmern, was andere vermüllt haben?

 

Kirchentag Ende Mai 2017 - Tipps und ein Online-Cache

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Der Deutsche Evangelische Kirchentag 2017 findet in "Berlin-Wittenberg" statt. Er bietet ein umfangreiches Programm. Da wird schon keine Langeweile aufkommen. Geocacher dürften trotzdem auf den Portalen ihrer Wahl Orte vorsortieren und ihre Geräte (GPS-Geräte oder Apps auf dem Smartphone) enstprechend vorbereiten.

Ein paar Ideen für Einsteigende:

 

Kirchentag auf dem Weg

Dieses Format des "Kirchentag auf dem Weg" finde ich sehr interessant, weil es meinem Lebensgefühl entspricht. Man ist halt nicht nur an einem Ort, sondern mit den Gedanken gleich auch woanders. Oder es fällt einem was ein, was man auch noch machen könnte. Oder man steigt auf dem Weg zum Kirchentag aus dem Zug und merkt: "Nanu, hier ist ja auch schon Kirchentag."

Schlichtes Plakat mit dem Hinweis auf das Programm des Kirchentages auf dem Weg in Lobeda 2017

Mitmachangebot: Geocache Me – If You Can

Geocaching auf den Spuren der Reformation

Tag 1 unseres mehrtägigen Programms für Laien und Profis führt dich am 25. Mai durch Weimar. Am 2. Tag 2 geht es von Weimar nach Jena. Von 10.00 bis 12.00 Uhr kannst du in Weimar starten. Zielpunkt ist die Jenaer Stadtkirche. Tag 3 führt dich durch Jena. Zu finden sind die Logbücher mal einfach und mal schwer, als Drive-in oder als Rätsel mit mehreren Stationen, zum Bücken oder Klettern, oder so, wie du es nicht erwartet hättest.

25.-27. Mai, 10.00–18.00 Uhr

Treffpunkt am 25. Und 26. Mai: Weimarhalle, Seminargebäude, Foyer, UNESCO-Platz 1, Weimar

Treffpunkt am 27. Mai: Stadtkirche St. Michael, Kirchplatz 1, Jena

 

 

Der Kirchentag an sich

Es gibt ein Riesenprogramm. Ob was zum Spiricaching paßt? Auf jeden Fall wird Pastor Bode vor Ort sein. Er ist ein begeisterter Geocacher. Wer weiß, ob er nicht was geplant hat.

 

 

Rudelcachen am 26. Mai 2017

Die Himmelsrichtungen in einem G angeordnethttp://wiki.opencaching.de/index.php/Logo_Verwendungsrichtlinie

Rudelcachen ? Aber keine Sorge: Sie suchen alle und sie helfen gerne. Nehmen Sie ruhig ihre kleine Kirchentags-Reisegruppe mit und probieren das Suchen aus. Man kann muss sich auf der Plattform anmelden und kann sich als Neuling gleich auf dem Weg Tipps und Informationen bei der Ownerin holen und die Erfahrung machen, dass wildfremde Menschen gerne von ihrem Hobby reden. Geocaching ist nämlich mitreißend. Es hat was Missionierendes und ist darum ein ansprechender Kontrast zum Kirchentag, in dem das Spirituelle Thema ist.

Dieses Rudelcachen ist eine Idee. Jemand hat es vorbereitet. Jemand, den ich nicht kenne. Dieser Mensch hat alles Wichtige an Informationen bereitgestellt und freut sich auf Anmeldungen. Und ich, die ich nicht zum Kirchentag fahre, bin gespannt, was dort demnächst an Eintragungen zu finden sein wird.

 

 

Ein Online-Spiricache zum Warmwerden

Alles beginnt mit dem Lesen. Was stand da noch mal? Habe ich die wirklich wichtigen Dinge behalten? Vielleicht sollte ich doch noch mal alles genau durchlesen. Aber wer von denen, die sich tatsächlich auf den Kirchentag vorbereiten, hat dazu noch die Zeit. Erst recht die Geocachenden unter Ihnen: Ersatzbatterien eingepackt?

Irgendwo in diesem Blogbeitrag ist etwas, das nur mit gutem Willen in den Zusammenhang paßt. Wenn Sie es gefunden haben, schreiben Sie es in den Kommentar. Ein Wort genügt. Wenn Sie es gefunden haben, können Sie hier checken, ob es richtig sein könnte. Unter allen Kommentaren wird am 29. Mai 2017 der nächste Spiricaching-Geo-Coin ausgelost. Es ist der Love RED Schutzengel der Engelserie.

 

Dönerstag

9 min read

(Work in progress. Bin mit dem Artikel noch nicht 100% zufrieden, aber arbeite dran.)

In dieser Karwoche ist es wieder so weit: am Gründonnerstag treffen sich unzählige Geocacher_innen bei einem besonderen Event: dem Dönerstag.

Die Ursprünge

Mir gefällt dieses Wortspiel Dönerstag - Gründonnerstag. Da hört man noch den Ursprung des Dönerstag am Gründonnerstag heraus. Denn während sich die Dosenverrückten beim Döner treffen, treffen sich Christinnen und Christen Gründonnerstag in ihren Kirchen. Dort feiern und erinnern sie sich an das letzte Abendmahl von Jesus mit seinen Freunden. Damals vor 2000 Jahren haben sie zusammen gesessen oder -gelegen und miteinander gegessen. Vermutlich haben sie miteinander das Seder-Mahl des Pessachfestes gefeiert.

Ich hatte gleich das Gefühl, dass es Gemeinsamkeiten gibt zwischen dem, was wir da mit der Geocaching-Community am Dönerstag tun und dem, was wir in den Kirchen an Gründonnerstag feiern. Und ich habe mal genauer hingeschaut, was das denn sein könnte.

Das Seder-Mahl des jüdischen Pessah-Festes

Ich bin auf das gestoßen, was jüdische Gläubige damals aßen und auch noch heute zu Pessah essen. Von der christlichen Abendmahlstradition her ist uns vor allem vertraut, dass dort Matze, ein ungesäuertes, flaches Fladenbrot, gegessen wird. Dazu wird Wein getrunken. Dann isst man auch noch (bittere) Kräuter, die in gesalzenes Wasser getaucht werden, ein braunes Fruchtmus und Gartengemüse. Dazu wird heute als Symbol oder als Teil der Hauptmahlzeit auch ein Stück Lamm gereicht, als Erinnerung an frühere Opfer, als der Tempel in Jerusalem noch nicht zerstört war. Das hat alles sehr tiefe Bedeutung, die ich hier mal weg lasse. Bei Interesse googelt "Pessah".

Die Speisen und die dazu gesprochenen Texte und Gebete des Seder-Mahles erinnerten und erinnern die jüdischen Gläubigen an ein sehr wichtiges Ereignis, DAS Ereignis in der jüdischen Geschichte: die Flucht aus Ägypten, den Exodus, die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten, also DIE kollektive Befreiungserfahrung eines ganzen Volkes. Diese Erfahrung wird erzählt, groß gefeiert und damit verinnerlicht. Das stärkt, vertieft und festigt die Gemeinschaft.

So feierten die jüdischen Familien damals und auch noch heute. (In 2017 sogar in der gleichen Woche, in der die Christen Tod und Auferstehung Jesu feiern.) Das feierte auch Jesus mit seinen Freunden bevor er verraten und hingerichtet wurde.

Die Feier des Gründonnerstags

In der christlichen Tradition feiern wir an Gründonnerstag also quasi eine Doppelerinnerung: einmal an eben diesen Befreiungs-Exodus aus der jüdischen Erfahrung, daneben aber vor allem die Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu, welches die Grundlage für unsere kirchlichen Abendmahls- und Eucharistiefeiern ist. In manchen Kirchengemeinden wird daher nicht nur ein Abendmahls-Gottesdienst/eine Eucharistie gefeiert, sondern anschließend auch ein gemeinsames, besonderes Mahl, das an die jüdische Seder-Mahl-Tradition erinnert. (Den weiteren liturgischen Schwerpunkt, dass wir in den Kirchen Gründonnerstag den Beginn des Leidens Jesu feiern, lasse ich in diesem Fall bewusst außen vor.)

Der Dönerstag

Und der Dönerstag in der Geocaching-Community? Der hat noch keine so lange Tradition. „Der erste Dönerstag fand am 5. April 2007 statt, Zentralevent war Döner's Tag 2007 von moenk an einem Döner-Imbiss in Berlin.“ (Zitat und mehr Infos zum Dönerstag siehe Cache-Wiki)

Man trifft sich am Gründonnerstag, dem Dönerstag, zusammen mit Freunden in einem Döner-Restaurant zum gemeinsamen Döner-Essen. Da gibt es dann dieses Fladenbrot (ok, kein ungesäuertes Brot, aber auch flach) mit Lammfleisch und Gemüse. Dazu redet man eine Menge, erinnert sich an tolle Erlebnisse, wie dieses befreiende Gefühl, eine besonders schwierige Aufgabe gemeistert zu haben und gibt sich gegenseitige Unterstützung, wenn es an einer Ecke hakt. Das stiftet Gemeinschaft und verbindet. Fallen da nur mir Parallelen zur Seder-Mahl- bzw. Abendmahls-Tradition auf?

Parallelen

Mir gefällt das! Und es gibt in meinen Augen eine Menge Parallelen zu Gründonnerstag in den Kirchen. Ok, es geht beim Erinnern zwar nicht um ein so einschneidendes Ereignis wie die befreiende Erfahrung des Exodus. Und es werden beim Dönerstag auch keine (religiösen) Texte rezitiert oder Gebete gesprochen. Aber auch ohne religiösen oder gar christlichen Bezug finde ich, dass bei diesen Events auf aktuelle Weise genau das praktiziert wird, was wir in den Kirchen an Gründonnerstag liturgisch feiern: ein gemeinsames Mahl mit Freund_innen mit zufällig (?) ähnlichen Zutaten wie beim Seder-Mahl und dem verbindenden Erzählen von Erinnerungen und Erlebnissen.

Geistliche Dimensionen?

Das mag für andere Kirchenmenschen, Theolog_innen und Liturgiker zu banal und oberflächlich und ohne besondere geistliche Dimension sein. Klar. So ist das ja auch von der Idee her nicht gemeint. Ich sehe aber für mich persönlich durchaus hinter all dem ein geistliches Geschehen bzw. gebe dem diese Bedeutung - eine individuelle Deutung, der sich niemand anschließen muss.

Mahl halten

Wir essen ein gemeinsames Mahl, bei dem man in den Zutaten Ähnlichkeiten zum Seder-Mahl erkennen kann. (Gemeinsames) Essen steht für satt werden, nicht nur im körperlichen Sinn, sondern auch im übertragenen. Es gibt auch einen Hunger nach Nähe, nach Anerkennung, Wertschätzung, angenommen zu sein, wie man ist. Es sind Sehnsüchte, die Gläubige auch an Gott richten. Beim gemeinsamen Essen kann (sic!) bruchstückhaft erfahren werden, wie auch diese Arten von "Hunger" gestillt werden.

Erinnern

Wir sprechen über Erfahrungen und Erinnerungen, helfen einander. Das Zuhören, einander Helfen und füreinander Dasein ist für mich als Glaubende immer zutiefst religiöse Übung: ich versuche das umzusetzen, was ich von den biblischen Schriften, von Jesus, Gott verstanden habe. Und ich erfahre im menschlichen Miteinander etwas an mir selbst, was ich von Gott erhoffe/erfahre/glaube: dass er für mich da ist.

Gemeinschaft erfahren

Wir erfahren und festigen unser Gemeinschaft. Und erleben damit, nicht allein zu sein. Dieser Wunsch nach Verbundenheit ist urmenschlich. In den Religionen verbindet sich damit die Sehnsucht nach Verbundenheit mit dem Göttlichen, je nach Tradition nach dem Einssein mit allen Wesen, dem Universum oder mit Gott selbst. Bei Gemeinschaftserfahrungen wie einem gemeinsamen Essen kann (!) ich eine Ahnung von einer solchen tiefen Verbundenheit bekommen.

Das ist eine Menge, und für mich auch eine zutiefst religiöse Erfahrung. Und warum Gott nur in der Kirche suchen und finden und nicht auch im Wald oder eben beim Döneressen? Die spirituelle Deutung einer Erfahrung ist immer auch etwas sehr Persönliches.

Ökumene

Dazu kommt für mich noch eine Dimension, die mir in den christlichen Kirchen am Gründonnerstag fehlt, denn da feiern wir unsere Erinnerungen und Vergegenwärtigungen in der Regel schön nach Konfessionen getrennt. Beim Dönerstag ist es aber so: an einem zutiefst christlichen Feiertag, der aus einer zutiefst jüdischen Feier erwachsen ist, treffen sich Leute mit einem gemeinsamen Hobby, Gläubige und Nichtgläubige, in einem Restaurant, das in vielen Fällen von Menschen mit muslimischen Glauben geführt wird, zu einem gemeinsamen Mahl. Das ist in meinen Augen unausgesprochen ganz große Ökumene! Und somit für mich eine wundervolle Weise, diesen besonderen Tag und den wesentlichen Gemeinschafts-Aspekt des Gründonnerstags zusammen mit Freunden und Freundinnen zu gestalten und zu feiern. (Auch wenn diese meine hier notierten Gedanken möglicherweise keineswegs teilen oder sogar ablehen.) Woanders finde ich das bislang nicht.

Schattenseiten

Inzwischen wird die wundervolle Idee des Dönerstags leider von Groundspeak verzweckt. Es gibt in 2017 ein „Souvenir“, ein virtuelles Bild in dem eigenen Geocaching-Profil, wenn man an einem solchen Dönerstag-Event teilgenommen hat. Natürlich sind sie jetzt wie Pilze aus dem Boden geschossen. Und es wird kurios: Es gibt inzwischen auch Dönerstag-Events in der Eisdiele und beim Pizzabäcker. Ich las sogar von einem Dönerstag-Event am Montag...

Abgesehen davon, dass das Wortspiel (Grün-)Donnerstag-Dönerstag nur im Deutschen einen Sinn macht, geht damit die Ursprungs-Idee des Dönerstags verloren und den Bach runter. Das finde ich sehr bedauerlich, aber so ist das nun mal mit der Kommerzialisierung: da spielt das Geld die wichtigere Rolle, alles andere ist nachrangig. Gemeinschaft? Egal: es reicht, mal eben den Kopf durch die Tür zu stecken und Hallo zu sagen: zack, teilgenommen und Statistikpunkt plus Souvenir abgestaubt. Das kann schon mal schöne und sinnenträchtige Ideen und Feiern zerstören.

Fazit

Mir ist der Dönerstag von seiner Ursprungsidee her sehr ans Herz gewachsen. Ich genieße dieses "Mahl halten" und speziell das Döneressen in Gemeinschaft sehr. Die Verzweckung stört mich. Daher werde ich das im Blick behalten und darauf achten, wie sich das auf unsere lokalen Events auswirkt. Danach werde ich entscheiden, wie lange für mich der Dönerstag diese großartige Form bleibt, so vieles von dem zu feiern, was ich mit dem christlichen Gründonnerstag verbinde, aber in seiner gottesdienstlich-liturgischen Form nicht so sinnlich erfahre, wie beim gemeinsamen Döneressen.

 

Podcast-Tipp: Encyklia im Gespräch mit Pastor Bode über die Cacheserie Luther 2017

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Zum Lutherjahr 2017, 500 Jahre nach der Reformation, wurden im Raum Holzminden, Bodenwerder 5 Dosen mit geschichtlichem Bezug gelegt.

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In Ihrem Podcast "Encyklia auf der Suche nach dem Sinn der Dose…" spricht Leeni in Folge 57 mit dem Initiator Pastor Christian Bode. Sehr hörenswert! Wie überhaupt der ganze Podcast.

 

(M)Ein neuer Kirchencache Teil 3

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Sooo lange wie es mit diesem Post gedauert hat, musste ich zum Glück nicht auf die Veröffentlichung (Publish) meines neuen Kirchencaches warten. Etwa eine Woche hat es gedauert, bis ich die Mail eines Reviewers bekam, dass das Listing am kommenden Tag veröffentlicht würde und bis dahin für Änderungen gesperrt sei.

Ich hatte darum gebeten, den neuen Cache nicht, wie in unserer Region sonst üblich, morgens um 08.00h zu veröffentlichen, sondern zu einer Zeit, die es auch Berufstätigen möglichen machen würde, als erste vor Ort zu sein. Manchen ist es wichtig, als erste zu loggen oder in Insidersprache: den FTF ("first to find") zu machen.

Also noch mal warten. Um die Mittagszeit war es dann so weit: die Mail, mein Cache sei veröffentlicht, lag im Email-Postfach. Noch mal warten: wird er gefunden? Ist alles ok? Und während ich selber eine andere neue Runde besuchte, bekam ich die Nachricht - erst als SMS, weil von einer Freundin - dann per Mail, dass er gefunden wurde. Jetzt brauche ich nur noch von Zeit zu Zeit vorbei zu schauen, ob alles in Ordnung ist. Oder jemand teilt mir in seinem Log mit, dass Handlungsbedarf besteht.

Und um dieses neue Schätzchen geht es: "Kirchencache St. Marien, Egestorf". Ein einfacher Tradi ohne Schnickschnack und Gedöns.

 

(M)Ein neuer Kirchencache Teil 2

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Die nächsten Schritte sind gemacht:

Zusammen mit jemandem aus der Kirchengemeinde habe ich den Platz bestimmt, wo der neue Cache liegen wird. Dabei hat es sich im Nachhinein als schlau erwiesen, dass ich bei meinen ersten Planungen keinen Baum als Cachewirt gewählt hatte. Denn die sind inzwischen so gut wie alle gefällt.

Heute habe ich beim geplanten Versteck vorbei geschaut, ob die letzte Woche dort liegenden Bäume inzwischen beseitig sind. Sie waren es. Also konnte ich die genauen Koordinaten einmessen und werde es um der Genauigkeit Willen noch mal wiederholen. Aber die kleine Plastikdose liegt jetzt schon mal in ihrem Versteck und ist hoffentlich gut vor neugierigen Blicken getarnt.

Zuhause habe ich das Listing überarbeitet und fertig gestellt, die Notiz hinzugefügt, von wem ich die Erlaubnis eingeholt habe und per Klick zum Review geschickt.

Jetzt ist warten angesagt. Und hoffen, dass ich keinen Fehler gemacht habe oder doch noch andere Gründe gegen eine Veröffentlichung sprechen. Der nächste Post verrät mehr.

 

Ein virtueller Cache

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Ein virtueller Cache hat keine Dose, muss aber trotzdem gefunden werden. Vor unserer Kirche in 58300 Wetter steht ein Kunstwerk aus Stahl, das in Aachen gefertigt wurde. Man muss die Beschreibung lesen und die eigene Phantasie spielen lassen, wenn man diesen virtuellen Cache finden will. Denn: Der Jahreskreis fühlt sich nicht nur nicht rund an, er kann sogar ganz anders dargestellt werden.

http://www.opencaching.de/viewcache.php?wp=OC1224E

Und wenn man ihn gefunden hat, stellt sich die Frage: wie lauten die Zahlen, mit denen man den Fund loggen kann? Denn nur wer die Zahlen kennt, kann bei Opencaching Punkte für seine Statistik sammeln.

Übrigens: Dieser Cache ist ein OC-Only = den gibt es nur für Opencaching-Mitglieder.

 

(M)Ein neuer Kirchencache Teil 1

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Gerade bin ich dabei einen neuen Kirchencache zu legen. Was heißt das?

In einem Nachbarort gibt es eine Kirche aus den 60er Jahren, deren Glasfenster mich faszinieren. Deshalb möchte ich sie gerne auch anderen zeigen. Mit einem Geocache an dieser Kirche weise ich auf diese Fenster hin. Natürlich muss zum Finden der Dose niemand in die Kirche hinein gehen. Aber aus den Rückmeldungen von meinen anderen Kirchencaches (den "Logs") weiß ich, dass doch so der eine oder die andere einen Blick in die Gotteshäuser wirft.

Noch liegt da aber kein Geocache. Aber ich habe inzwischen schon einiges vorbereitet:

  • Ich war natürlich schon einmal gucken, wo an dieser Kirche ein gutes Versteck wäre und habe zwei Möglichkeiten gefunden.
  • Ich habe eine Beschreibung, ein sogenanntes "Listing" bei geocaching.com angelegt und dabei darauf geachtet, dass im Umkreis von 161m kein weiterer Geocache liegt. Das ist eine der Spielregel bei geocaching.com, die ich einhalten muss. (Bei opencaching.de gibt es diese Spielregel nicht.)
  • Ich habe bei dem leitenden Pfarrer und dem lokalen Leitungsteam um Erlaubnis gebeten und einen Termin mit jemandem vom Leitungsteam gemacht, weil die gerne mit einbezogen sein wollen.
  • Und ich war heute noch mal vor Ort, um die richtige Dosengröße auszuwählen.

Und siehe da: vor meinem gewählten Versteck liegt zur Zeit eine gefällte Kiefer ... Das wirft meine Pläne ein klein wenig um, wird aber (hoffentlich) nur eine kleine Verzögerung sein, bis alle Äste abtransportiert sind.

Morgen werde ich dann diesen Platz mit jemandem von der Gemeinde begutachten und wenn dann die Dose liegt, guckt jemand, ein Reviewer, von Groundspeak (der Firma, der geocaching.com gehört) noch mal drüber, ob alles in Ordnung ist. Ich werde berichten, wie es weiter geht!